Surfen in Taghazout fühlt sich nicht mehr an wie die Entdeckung eines versteckten Surfdorfs. Und genau das macht es interessant.
Als ich das erste Mal zum Surfen nach Marokko kam, habe ich hauptsächlich im nahegelegenen Tamraght übernachtet. Taghazout war immer da, gleich die Straße runter, aber diesmal wollte ich den Ort richtig erleben – vor allem weil ich wusste, wie sehr sich dieser Ort über die Jahre verändert hat.
Was als ruhiges Fischerdorf begann, fand langsam Einzug in die Surf-Folklore der 1960er und 70er Jahre, als reisende Surfer den atlantischen Swells nach Süden folgten und dabei auf lange, perfekt brechende Right-Hand Point Breaks stießen. Spots wie Anchor Point brachten Taghazout auf die Landkarte, und jahrzehntelang blieb es ein entspannter Stopp. Hauptsächlich geteilt unter Surfer*innen, die genau wussten, wonach sie suchten.
Diese Zeiten sind tatsächlich vorbei. In den letzten zehn Jahren hat sich Taghazout zu einem der bekanntesten Surf-Destinationen Marokkos entwickelt. Surfcamps, Cafés und Yoga-Studios auf den Dächern prägen den Alltag, und das Line-up ist deutlich internationaler geworden. Das Dorf fühlt sich lauter, voller und geselliger an als früher.
Und doch ruhen die Fischerboote am Strand und alles dreht sich hier täglich um Gezeiten und Swell-Vorhersagen. Und der Atlantik? Der liefert weiterhin konstant. Taghazout mag sich entwickelt haben, aber seine Seele hat es nicht verloren. Wenn du nach konstanten Point Breaks gepaart mit einer lebendigen Surf-Town-Atmosphäre suchst, ist Taghazout immer noch oben dabei – nur auf eine ganz andere Art als früher.
➳ Noch unsicher, ob Taghazout oder Tamraght (Artikel bald online) besser zu deinem Reisestil passt? Unser detaillierter Guide hilft dir bei der Entscheidung.
Surfen in Taghazout // im Überblick
- Wer? // Anfänger, Fortgeschrittene, Profis
- Wann? // Anfänger*innen (März–Mai, Okt/Nov), Fortgeschrittene+ (Okt–März)
- Wie? // Von Europa: Agadir Al Massira Airport (AGA) + ca. 45 Min. mit Taxi/Shuttle
- Wo übernachten? // $-$$ Teddy Pirate Surf Camp $$ Amoha Surf $$$ Paradis Plage Surf Yoga & Spa

Das Dorf Taghazout
Taghazout liegt direkt an der Küste, entlang eines felsigen Hangs mit Blick auf den Atlantik, etwa 45 Minuten nördlich vom Flughafen Agadir Al Massira und ungefähr 3 Stunden südwestlich von Marrakesch. Mit dem Auto oder Bus sind es nur 10 Minuten nördlich von Tamraght.
Das Dorf selbst fühlt sich kompakt an: schmale Gassen, kleine Läden, Surfhäuser übereinandergestapelt und Dachterrassen.
In der Praxis lässt sich Taghazout in zwei unterschiedliche Bereiche unterteilen. Unten am Strand wird das Leben stark vom Surfen geprägt. Hier findest du die meisten Hostels, Surfcamps, Cafés und kleine Restaurants entlang der Küste. Knapp darüber schneidet die Hauptstraße durch das Dorf, bevor sie bergauf zum ruhigeren Wohngebiet führt. Dort oben, rund um die Moschee, übernimmt der lokale Alltag: Familienhäuser, kleine Lebensmittelläden und ein langsamerer, traditionellerer Rhythmus.
Verglichen mit Tamraght ist Taghazout intensiver. Mehr Menschen, mehr Surfschulen, mehr Cafés, mehr Trubel. Aber auch mehr Energie. Digitale Nomaden tippen neben Fischern, die ihre Netze flicken, Kinder spielen am Strand Fußball, und Einheimische grüßen dich mit einem entspannten Lächeln. Es ist chaotisch, aber auf die schönste Art.
Surfspots in Taghazout
Einer der Hauptgründe, warum Surfer*innen immer wieder nach Taghazout zurückkehren, ist die schiere Dichte und Qualität der Surfspots, die auf einem sehr kleinen Küstenabschnitt konzentriert sind. Innerhalb von 10–15 Minuten Fahrt findest du anfängerfreundliche Reefs, weltklasse Point Breaks und kraftvolle Wellen für fortgeschrittene Surfer. Die meisten davon sind Right-Hander, was die Gegend besonders attraktiv für Regular-Foot-Surfer macht.
Surfspots in Taghazout von Nord nach Süd:

Boilers
Benannt nach dem rostigen Schiffskessel, der an den Felsen in der Take-off-Zone sichtbar ist, markiert Boilers den nördlichsten Punkt der Taghazout-Surfregion und verlangt Achtung. Gelegen südlich des Leuchtturms Cape Ghir, liegt dieser kraftvolle Right-Hander in einem natürlichen Windkanal, der die Bedingungen sauber und offshore hält, selbst wenn andere Spots onshore werden. Die Welle ist steil, schnell und kraftvoll und bricht über einem mit Seeigeln und scharfen Felsen bedeckten Reef. Ein- und Ausstieg erfordern einen Sprung über die Felsen (mit Strömungen) – der Spot ist klar für fortgeschrittene Surfer*innen, die mit kraftvollem Meer und anspruchsvollen Bedingungen umgehen können.
Boilers fängt mehr Swell als Anchor Point, bleibt also auch konstant, wenn andere Breaks flat sind – aber wenn der Spot läuft, sind erfahrene Surfer*innen meist nicht weit. Dich erwarten hier lange, schnelle Rides mit tiefen Barrel-Sections.
- Skill Level: Nur fortgeschritten bis Experten
- Wellentyp: Kraftvoller, hollow Right-Hand Point Break
- Wichtige Infos: Schwieriger Ein-/Ausstieg über Felsen; starke Strömungen; Offshore-Winde durch Windkanal; fängt mehr Swell als südliche Spots
➳ Hier zum Forecast für Boilers
Killer Point
Killer Point ist der Spot, an dem Taghazout seine ernste Seite zeigt. Die Welle bricht weiter nördlich und braucht ordentlich Swell, um richtig zu funktionieren. Wenn sie läuft, produziert sie schnelle, kraftvolle Right-Hand-Wellen, die vom ersten Paddelschlag an volles Commitment verlangen.
Der Take-off ist schwerer als bei Anchor Point, die Welle bewegt sich schnell, und Fehler werden fix bestraft. Auch dieser Spot ist eher für fortgeschrittene Surfer, die sich in starken Strömungen, Reef-Umgebungen und kraftvollem Wasser sicher fühlen. Wenn die Bedingungen passen, liefert Killer Point unvergessliche Sessions – aber der Spot ist definitiv kein Ort, um zum ersten Mal seine Grenzen zu testen.
- Skill Level: Nur fortgeschritten
- Wellentyp: Kraftvoller Right-Hand Point Break
- Wichtige Infos: Braucht Größe zum Funktionieren; starke Strömungen; respektiere Locals und Line-up-Etikette
➳ Hier zum Forecast für Killer Point
La Source
La Source liegt zwischen Panoramas und Anchor Point und bietet eine spürbare Steigerung in der Intensität beim Surfen in Taghazout. Die Welle bricht über Reef und liefert sauberere, druckvollere Right-Hands. Take-offs sind schneller, und Sections reihen sich schön aneinander für verbundene Turns.
Der Spot ist perfekt für Fortgeschrittene, die sich auf Reef Breaks wohlfühlen und zu kraftvolleren Wellen übergehen wollen. An guten Tagen fühlt sich La Source weniger chaotisch an als Anchor Point, während es trotzdem Quality-Rides liefert.
- Skill Level: Fortgeschrittene bis Profis
- Wellentyp: Reef Break mit definierten Right-Hand-Walls
- Wichtige Infos: Am besten mit NW-Swell und E/NE Offshore; nicht ideal bei sehr niedriger Flut


Mysteries
Mysteries liegt direkt nördlich von Anchor Point und bietet eine erfrischende Alternative zu seinem berühmteren Nachbarn. Dieser Right-Hand Point Break liefert saubere, spaßige Wellen mit spürbar weniger Crowd-Druck, was ihn ideal für fortgeschrittene Surfer macht, die ihre Skills verbessern wollen, ohne die Intensität von Anchors Line-up.
Die Welle bricht über einem Reef-Plateau und funktioniert am besten bei höherer Flut, produziert verspielte, rippable Rights und gelegentlich sogar eine seltene Left. Während Anchor Point Expert*innen anzieht, bietet Mysteries einen perfekten Übungsplatz für Surfer*innen, die bereit sind, sich in einer verzeihlicheren Umgebung zu steigern. Der Zugang erfolgt über die Klippen, und Bedingungen können sich schnell ändern, also lohnt es sich, nachmittags vorbeizukommen. Die Stimmung im Wasser variiert je nach Tag – manchmal findest du dich fast allein, an anderen Tagen füllt sich das Line-up.
- Skill Level: Fortgeschritten bis Profis
- Wellentyp: Right-Hand Point Break (gelegentlicher Left)
- Wichtige Infos: Am besten bei höherer Flut; bricht über Reef-Plateau; weniger überfüllt als Anchor Point
➳ Hier zum Forecast für Mysteries
Anchor Point
Anchor Point ist das Kronjuwel beim Surfen in Taghazout. Dieser ikonische Right-Hand Point Break erwacht zum Leben, wenn ein solider Nordwest-Swell in die Bucht einläuft und Offshore-Winde aus Osten die Welle formen. An den richtigen Tagen zieht sich die Welle endlos entlang des felsigen Points und bietet ewig lange, schnelle Wellen mit mehreren Sektionen für Turns und Speed-Generierung.
Der Take-off kann besonders bei größeren Swells schwierig werden und die Welle baut schnell Speed auf. Während die Schulter verzeihend sein kann, verlangt die Inside-Sektion Kontrolle und Bewusstsein. Wegen seines Rufs zieht Anchor Point Surfer*innen aus der ganzen Welt an, und das Line-up kann auch häufig überfüllt sein. Respekt, Geduld und ein solides Verständnis für Priority sind hier essenziell.
- Skill Level: Fortgeschritten (erfahrene Fortgeschrittene nur an kleineren, sauberen Tagen)
- Wellentyp: Langer, schneller Right-Hand Point Break über Reef
- Wichtige Infos: Braucht mittleren bis großen NW-Swell; am besten bei mittlerer bis hoher Flut; sehr voll an guten Tagen
➳ Hier zum Forecast für Anchor Point
Hash Point
Hash Point liegt direkt unterhalb des Dorfes Taghazout und ist einer der zugänglichsten Surfspots der Gegend. Verglichen mit Anchor Point ist die Welle hier deutlich verspielter und verzeihender. Der Spot ist ein Reef Break, der hauptsächlich Right-Hand-Wellen produziert, mit gelegentlichen Linken je nach Swell-Richtung.
Der Take-off ist generell entspannt, und die Welle erlaubt relaxte Turns statt vollem Commitment-Surfing. Das macht Hash Point zu einer beliebten Wahl für Anfänger*innen, die zu Reef Breaks übergehen, sowie für Fortgeschrittene, die eine spaßige, weniger intensive Session nahe dem Ortskern suchen.
- Skill Level: Anfänger*innen bis Intermedias
- Wellentyp: Reef Break mit soften, rollenden Rights
- Wichtige Infos: Am besten bei Mid bis High Tide; achte auf Felsen bei Low Tide
Panoramas
Panoramas ist einer der verlässlichsten und vielseitigsten Surfspots nahe Taghazout. Südlich des Dorfes gelegen, ist er eine Mischung aus Beach und Reef, die lange, sanfte Right-Hand-Wellen produziert, besonders bei kleinen bis mittleren Swells. Wegen seiner Konstanz und verzeihenden Natur bringen viele Surfschulen ihre Gäste hierher.
Trotzdem ist der Spot breit genug, um sich zu verteilen, und du findest normalerweise immer deinen eigenen Peak, wenn du etwas weiter den Strand hinunterpaddelst. Panoramas ist ideal für Longboarder*innen und Anfänger*innen, die grüne Wellen catchen. Und für Intermediates, die an Flow statt Power arbeiten.
- Skill Level: Alle Level
- Wellentyp: Beach/Reef-Mix mit langen, soften Rights
- Wichtige Infos: Funktioniert am besten bei kleinen bis mittleren Swells; am saubersten mit leichtem Offshore-Wind
➳ Hier zum Forecast für Panoramas
Beste Zeit zum Surfen in Taghazout
Genau wie der Rest von Marokkos Atlantikküste läuft die Surf-Saison von Oktober bis März. Winterstürme im Nordatlantik senden konstante Swells Richtung Taghazout und schaffen einige der besten Bedingungen des Jahres.
- Dezember–Februar: Größte, kraftvollste Wellen
- Oktober–November & März: Ausgewogenere Bedingungen
- Sommer: Kleine Wellen, entspannte Stimmung, gut für Anfänger*innen
➳ Lies auch: Unser kompletter Guide fürs Surfen in Marokko


Beste Surf-Saison für Anfänger in Taghazout
Die Nebensaisons – März bis Mai und Oktober bis November – sind ideal. Wellen sind zu handeln, Wassertemperaturen angenehm, und es gibt immer einen geschützten Spot. Mit etwas Glück können auch Juni bis September funktionieren – aber die Chancen auf einen komplett flachen Ozean sind in dieser Zeit doch ziemlich hoch.
Beste Surf-Saison für Intermediates in Taghazout
Fortgeschrittene fühlen sich von Oktober bis März zuhause, besonders bei mittelgroßem Swell. Das ist die Zeit, in der Taghazouts Points wirklich zu glänzen beginnen, ohne too much zu sein.
Beste Surf-Saison für Profis in Taghazout
Wenn du selbstbewusst und erfahren bist, ziele auf Dezember, Januar oder Februar. Anchor Point, Killer Point und andere Reefs liefern in dieser Zeit weltklasse Wellen.
Taghazout Surf Guide: Saisonale Übersicht
| Monat | Wellengröße | Swell | Surf-Level | Wassertemp. | Neoprenanzug |
|---|---|---|---|---|---|
| Januar | 1,5 – 3,0m+ | Sehr viel | Fortgeschritten | 16–18°C | 4/3 mm |
| Februar | 1,5 – 3,0m+ | Viel | Fortgeschritten | 16–18°C | 4/3 mm |
| März | 1,0 – 2,5m | Viel | Intermediate | 17–18°C | 4/3 mm |
| April | 0,8 – 2,0m | Mittel | Alle Level | 18–19°C | 3/2 mm, 4/3 mm |
| Mai | 0,5 – 1,5m | Mittel | Anfänger | 19–20°C | 3/2 mm |
| Juni | 0,3 – 1,0m | Wenig | Anfänger | 20–21°C | 3/2 mm, Shorty |
| Juli | 0,3 – 1,0m | Wenig | Anfänger | 21–23°C | Shorty, Bikini/Boardies |
| August | 0,5 – 1,2m | Wenig – Mittel | Anfänger | 22–23°C | Shorty, 3/2 mm |
| September | 1,0 – 2,0m | Mittel | Intermediate | 21–22°C | 3/2 mm |
| Oktober | 1,5 – 2,5m | Viel | Intermediate+ | 20–21°C | 3/2 mm |
| November | 1,5 – 3,0m | Viel | Fortgeschritten | 18–19°C | 4/3 mm |
| Dezember | 1,5 – 3,5m+ | Sehr viel | Fortgeschritten | 17–18°C | 4/3 mm |
Surfen in Taghazout für Anfänger*innen
Auch wenn Taghazout für fortgeschrittene Wellen berühmt ist, werden Anfänger gut versorgt. Viele Surfcamps bieten täglichen Transport zu passenden Spots wie Panoramas oder Banana Beach in Tamraght. Surfen in einer Gruppe hilft dir nicht nur, schneller Fortschritte zu machen, sondern gibt dir auch ein sichereres Gefühl in unbekannten Line-ups.
Die meisten Unterkünfte bieten Surf-Pakete inklusive Unterricht, Equipment und Transfers – empfehlen wir sehr, wenn du gerade erst anfängst.
Was kostet Surfen in Taghazout?
Surfcamps rund um Taghazout bieten typischerweise All-Inclusive-Pakete zwischen 500–800€ pro Woche, abhängig von der Unterkunftsart und Saison. Die Pakete beinhalten normalerweise geteilte oder private Zimmer, tägliches Surf-Guiding, Equipment-Verleih und Frühstück sowie Abendessen – das macht sie zu einer idealen Option für Reisende, die von Tag eins an alles organisiert haben wollen.
Wenn du lieber unabhängig unterwegs sein möchtest, sind Surfboard- und Neoprenanzug-Verleihe weit verbreitet. Tagesraten für Foamboards starten bei etwa 60–100dh (6–10€), während Fiberglas-Shortboards zwischen 100–150dh (10–15€) pro Tag liegen. Neos kosten typischerweise weitere 20–50dh (2–5€).
Die meisten Shops bieten Rabatte für ganze Wochenmieten, und viele lassen dich ohne Aufpreis Boards den ganzen Tag über tauschen.

Surfboard-Verleih für Anfänger*innen
Rasta Surf Shop bietet gute Softboards ab 60dh und Neoprenanzüge ab 20dh pro Tag an, mit kostenlosem Board-Tausch. Im Yalla Surf Shop bekommst du Beginner*innen-Unterricht für 300dh (€30) inklusive Equipment, während Habo Surf Shop zweistündige betreute Sessions für 250dh (€25) anbietet. Alle drei Shops haben erfahrene Lehrer, die mit den besten anfängerfreundlichen Breaks vertraut sind.
Surfboard-Verleih für Fortgeschrittene & Profis
Surf Shop Atlantis sticht durch seine gut gepflegte Auswahl an Lost-Shortboards und qualitativ hochwertigen Longboards zu vernünftigen Preisen hervor. Die zwei Brüder, die den Shop betreiben, sind bekannt für ihr Wissen und geben gelegentlich Extras wie Wax oder Gurte zur Befestigung des Boards auf dem Dach dazu. Für Premium-Equipment hat Surf Maroc FireWire-Boards mit Future- oder FCS-Finnen oder Rip Curl Neoprenanzügen. Rechne dafür mit etwa 400dh (€40) pro Tag.
Wo übernachten zum Surfen in Taghazout
Taghazout bietet von einfachen Surf-Hostels bis zu stylischen Boutique-Gästehäusern die komplette Bandbreite.
Teddy Pirate Surf Camp ($-$$)
Teddy Pirate ist eines der etabliertesten und beliebtesten Surfcamps in Taghazout – und das zu Recht. Das Camp schafft die Balance zwischen strukturiertem Surf-Guiding und einer entspannten Atmosphäre, die Solo-Reisende, Paare und kleine Gruppen anspricht. Direkt am Strand gelegen (!), bietet das Haus wunderschönen Meerblick, einen großen Gemeinschaftsbereich, schnelles Glasfaser-WiFi und eine Dachterrasse, auf der sich alle nach den Surf-Sessions versammeln.

Was Teddy Pirate wirklich auszeichnet ist die Qualität des Surf-Guidings. Jeder Tag wird basierend auf Swell, Wind und Gezeiten geplant, wobei das Team um Boris den besten Spot für die Gruppe auswählt. Ob du Anfänger*in bist und gerade lernst, Wellen zu lesen, oder bereits so fortgeschritten, dass du deine Technik verfeinern willst – die Guides nehmen sich alle Zeit, den Spot, die Conditions und das Line-up zu erklären, ohne dass sich irgendwas gehetzt anfühlt.
Du kannst bei Teddy Pirate entweder als Teil eines kompletten Surf-Pakets oder auf Bed & Breakfast-Basis übernachten. Das Surf-Paket beinhaltet:
- Unterkunft
- Frühstücksbuffet und Abendessen
- Lunchpakete für den Strand
- Surf-Equipment (Board und Neoprenanzug)
- Transport zum Surfspot
- Zwei Stunden Unterricht pro Tag
Wenn du mehr Flexibilität bevorzugst und nur B&B buchst, kannst du trotzdem über das Camp Surf-Equipment mieten und auch den Unterricht direkt über das Camp buchen.
Im Camp kannst du zwischen Mehrbettzimmern (gemischter Dorm oder auch Dormroom nur für Frauen) bis zu privaten Doppelzimmern wählen. Wir haben drei Nächte im privaten Doppelzimmer mit eigenem Bad übernachtet und haben unsere Zeit dort wirklich geliebt! Von unserem Fenster aus konnten wir jeden Abend sehen, wie die Sonne im Atlantik versank und der Himmel sich langsam in Rot, Pink & Orange verwandelte.


Essen hier ist ein echtes Highlight: Frühstück und traditionelle marokkanische Abendessen, gekocht von Rabab und den anderen warmherzigen Frauen im Haus (wirklich, das Essen ist der Wahnsinn hier!). Die Gerichte finden an einem langen Tisch Platz, was es hier unglaublich einfach macht, mit anderen Gästen in Kontakt zu kommen. Alles hier fühlt sich recht schnell familiär, einladend und ein bisschen wie Zuhause an.

Als wir ankamen, stellten wir unser Gepäck fix im Zimmer ab und schauten uns kurz mit Boris, dem Besitzer von Teddy Pirate, im Haus um. Bevor wir überhaupt richtig ankamen, saßen wir schon wieder mit den anderen im Auto zum Surfspot. Die Bedingungen in Taghazout selbst waren an den Tag eher mau, mit zu wenig Swell, der in die Spots reinkam.
Also war die Entscheidung bei den Surf Instructorn recht schnell klar: Anza. Dank seiner offeneren Ausrichtung fängt der Spot verlässlich Swell, wenn die Hauptbreaks rund um Taghazout flat sind. Und der Spot hatte nicht zu viel versprochen: Saubere, gut verteilte Wellen, eine Mischung aus Reef und Sand, die definierte Peaks erzeugte, und genug Power, um die Welle offen zu halten. Und Juli inmitten einer der Sessions, bei denen die Positionierung einfach gut funktioniert und das Paddeln leicht fällt.
Teddy Pirate ist ideal, wenn du dich aufs Surfen in Taghazout konzentrieren, Gleichgesinnte treffen und dich umsorgt fühlen möchtest. Das Camp ist gesellig, ohne party-lastig zu sein und professionell ohne zu ernst zu wirken. Einfach eine tolle Basis, um das volle Surf-Potenzial von deinem Taghazout-Trip herauszuholen. Und selbst wenn du nicht surfst (wie Ani), wirst du dich hier richtig wohlfühlen.


Je nachdem, an welchen Tagen du da bist, werden verschiedene Trips geplant. Jeden Freitag fährt das Team nach Imsouane, aber es gibt auch andere optionale Aktivitäten an anderen Tagen, wie Sandboarding bei den Timalin-Dünen, der Besuch im Paradise Valley oder ein Gruppenausflug zum Taghazout Skatepark. Nichts wird erzwungen – du schließt dich einfach an, wenn es sich richtig für dich anfühlt. :)
Du kannst deinen 1-Tages-, 4-Tages– oder 7-Tages-Aufenthalt direkt auf ihrer Website buchen (wo normalerweise die besten Deals verfügbar sind) oder alternativ auf Booking. Ein Ort, den wir wärmstens und mit Überzeugung für deinen Surf-Trip empfehlen können.
Amoha Surf ($$)
Eine solide Mittelklasse-Option, die Komfort, Lage und Surf-Fokus kombiniert. Amoha Surf richtet sich an Surfer*innen, die eine entspannte Base mit einfachem Zugang zu den Breaks und der Ortschaft wollen, ohne das Premium-Preisschild höherwertiger Retreats.
Amouage by Surf Maroc ($$)
Amouage ist eine komfortable Surf-Lodge mit professionellem Guiding, qualitativ hochwertigen Unterrichtsstunden für alle Level und exzellentem Essen, das Gäste immer wieder am Tisch zusammenbringt. Es ist die ideale Wahl, wenn du die Bequemlichkeit eines organisierten Surf-Trips willst – inmitten Taghazouts lebendiger Atmosphäre. Das Personal kennt die Küste in- und auswendig und stellt sicher, dass du zur richtigen Zeit am richtigen Spot bist, sodass du dich frei aufs Surfen konzentrieren kannst.
Munga Guesthouse ($$$)
Wenn du nach einem stylischen Rückzugsort fernab vom Trubel von Taghazout suchst, liefert Munga Guesthouse auf jedem Level. Das design-orientierte Surf-Guesthouse kombiniert wunderschöne, durchdacht eingerichtete Zimmer mit einer starken Community-Atmosphäre, die Reisende auf natürliche Weise zusammenbringt. Die Rooftop-Yoga-Sessions bieten die perfekte Option, sich nach langen Surf-Tagen zu dehnen, während die ruhige Atmosphäre im Haus eine willkommene Flucht ist, ohne dich von der Dorfenergie unten abzuschneiden. Munga zieht eine Mischung aus Solo-Reisenden, Paaren und Reisenden an, die Qualität und Verbindung gleichermaßen schätzen.
Paradis Plage Surf Yoga & Spa ($$$)
Für alle, die neben ihren Surf-Sessions Luxus suchen, liefert Paradis Plage eine gehobene Auszeit. Das Beach-Resort kombiniert Surf- und Yoga-Programme mit Spa-Einrichtungen und raffinierter Küche. Die Unterkunft ist perfekt, wenn du dir eine Premium-Surf-Erfahrung in Marokko gönnen möchtest, bei der Wellness und Komfort neben weltklasse Wellen auf dem Programm stehen sollen.
Unternehmungen (neben dem Surfen) in Taghazout
Cafés & Restaurants
Taghazout mangelt es nicht an gutem Tee, Kaffee und gesundem Essen: Smoothie Bowls, frische Säfte und traditionelle Tajines findest du hier an vielen Ecken.
Unsere liebsten Cafés & Restaurants in Taghazout:
- Red Clay Cafe // @redclaycafe_
- Sozi Cookies // @sozi_cookies
- Between the waves // @betweenthewaves_coffee_shop
- The wedge // @the_wedge_taghazout
- Surf Berbere // @cafesurfberbere
- Cafe Tayoughte
- Restaurant Chez Titrite
- World of Waves Restaurant
Yoga
Sunset-Yoga-Sessions mit Blick auf den Ozean gibt es an einigen Ecken – von Dächern bis zu speziell errichteten Shalas.
Sonnenuntergänge beobachten
Taghazouts Sonnenuntergänge sind unschlagbar. Mit Minztee an den Felsen sitzen und zusehen, wie Fischerboote vor dem Horizont entlang ziehen, während der Himmel sich langsam in orange Farbe tunkt. Für uns aber der beste Spot für den Sonnenuntergang ist oben am Taghazout Skatepark auf dem kleinen Hügel mit Blick auf den Ozean. Wenn der Tag zu Ende geht, verwandelt sich der Spot in ein wunderschönes Zusammenkommen von Locals und Reisenden.
Die Stimmung hier oben ist schön, positiv und gleichzeitig entspannt – lokale Skater*innen zeigen ihre Skills, während die Sonne in den Atlantik taucht. Der Ort ist eine perfekte Mischung aus Community, Sport und Natur und fängt den die lebendige Energie von Taghazout perfekt ein.

Tagesausflüge
Von Taghazout aus lässt sich leicht Imsouane oder das Paradise Valley besuchen – du kannst auch gut nach Norden Richtung Tamri fahren für ruhigere Strände. Wenn du Lust auf Tamraght für einen Tag hast, kannst du einfach in den Bus steigen und Taghazouts ruhigeren Nachbarn genießen.
Nur 10 Minuten Fahrt südlich bietet Tamraght eine eigene Sammlung an qualitativ hochwertigen Surfspots bei super entspannter Atmosphäre. Die Buslinien L32 und L33 fahren zwischen beiden Dörfern alle 20 Minuten von 7 bis 19 Uhr, Tickets kosten nur 7,5dh (€0,75) direkt beim Fahrer. In Taghazout nimmst du den Bus am südlichen Ende des Dorfes vor der Moschee. Tamraght ist generell entspannter, hat tolle Beach Breaks und süße Cafés, die definitiv einen Besuch wert sind – perfekt, wenn du Taghazouts Trubel für einen Moment entkommen willst.
➳ Lies auch: Unser Guide fürs Surfen in Tamraght
Anreise nach Taghazout
Um nach Taghazout zu kommen, fliegst du am besten zum Flughafen Agadir Al Massira (AGA). Von dort ist Taghazout etwa 45 Minuten mit dem Taxi entfernt. Plane mit etwa 25–30€ für die Fahrt.
Möchtest du mit dem Bus fahren, check mal Souk to Surf vom Flughafen Agadir. Die Shuttle fahren täglich um 15:15 Uhr nach Tamraght (55 Min.) und Taghazout (1h 5 Min.) und kosten dich 10€.
Mietwagen sind erschwinglich und machen dann sinn, wenn du planst, mehrere Surfspots anzusteuern.
Sicherheit in Taghazout
Taghazout fühlte sich für uns immer sicher und einladend an. Wie überall ist es nützlich, auf den eigenen gesunden Menschenverstand zu bauen. Das Dorf ist klein, und die Abende sind in der Regel recht ruhig, wenn du dich nicht gerade in der Nähe von einer Bar mit Party befindest.
FAQs // Surfen in Taghazout
Ja, Taghazout ist hervorragend für Anfänger*innen geeignet. Auch wenn der Ort vor allem für seine großen Pointbreaks bekannt ist, gibt es rund um Taghazout mehrere geschützte Buchten wie Panoramas Beach, Hash Point und Anza, die mit sandigem Untergrund und sanften Wellen ideale Bedingungen für Einsteiger*innen bieten. Zudem sorgen zahlreiche Surf Schools und Surf Camps mit professionellem Coaching dafür, dass gerade erste Surfversuche in Taghazout sicher, strukturiert und entspannt ablaufen.
Taghazout ist weltweit bekannt für seine langen, erstklassigen Right-Hand-Pointbreaks und Riffbreaks. Gleichzeitig bietet die Küste aber auch konstante Beachbreaks, die für alle Surflevel geeignet sind. Im Winter sorgen kraftvolle Atlantik-Swells für anspruchsvolle Bedingungen, während die Sommermonate kleinere, verspielte Wellen liefern – ideal zum Longboarden und perfekt für Anfänger*innen.
Ja, Surf-Equipment kann in Taghazout überall problemlos gemietet werden. Die meisten Surfshops im Dorf – darunter Rasta Surf Shop, Amayour Surf Shop und Rock Surf Shop – bieten eine große Auswahl an Softboards, Longboards und Shortboards. Die Mietpreise liegen in der Regel zwischen 8 und 15 € pro Tag für Board und Wetsuit.
Ein Mietwagen ist zwar nicht zwingend notwendig, bietet dir aber deutlich mehr Flexibilität. Die meisten Hauptspots sind zu Fuß oder mit günstigen lokalen Taxis gut erreichbar. Mit einem eigenen Auto kannst du jedoch problemlos auch weiter nördlich gelegene, weltberühmte Surfspots wie Imsouane (Magic Bay) oder Tamri erkunden.
Ja, Taghazout gilt als sehr sicheres Reiseziel. Das entspannte Fischer- und Surfdorf ist bekannt für seine offene, herzliche Community und besonders beliebt bei Alleinreisenden und digitalen Nomaden. Wie an jedem Reiseziel ist es dennoch empfehlenswert, auf den gesunden Menschenverstand zu bauen und lokale marokkanische Bräuche und Traditionen zu respektieren.
Die besten Monate zum Surfen in Taghazout sind November bis März, wenn die Swells aus dem Nordatlantik besonders konstant und kraftvoll sind. Diese Zeit gilt als Hochsaison für fortgeschrittene Surfer*innen und Intermediates. Für Anfänger*innen eignen sich hingegen die Monate April bis September, da die Wellen in dieser Zeit kleiner und deutlich besser kontrollierbar sind.
Ja, ein Wetsuit ist in Taghazout das ganze Jahr über notwendig. Selbst im Sommer bleibt das Wasser des Atlantiks vergleichsweise kühl. Für die wärmeren Monate von Mai bis Oktober ist ein 3/2-mm-Neoprenanzug ideal, während in den Wintermonaten von November bis April ein 4/3-mm-Wetsuit empfehlenswert ist, um auch bei längeren Sessions nicht auszukühlen.
Der „beste“ Surfspot hängt stark von deinem Level ab – zu den bekanntesten und beliebtesten Spots rund um Taghazout zählen jedoch:
- Hash Point: Ein entspannter, leicht zugänglicher Spot direkt im Zentrum des Dorfes – ideal für Anfänger*innen und entspannte Sessions.
- Anchor Point: Ein weltklasse Right-Hand-Pointbreak und das Aushängeschild zum Surfen in Taghazout, perfekt für fortgeschrittene Surfer*innen.
- Killer Point: Berühmt für lange, kraftvolle Sections und tiefes Wasser – ein Spot für erfahrene Surfer*innen mit Respekt vor der Welle.
- Panoramas: Ein vielseitiger Spot mit sandigem Untergrund, hervorragend geeignet für Anfänger*innen und Intermediates.
Hast du noch mehr Fragen zum Surfen in Taghazout – oder Tipps, die du teilen möchtest?
Lass gern einen Kommentar da. <3
Dieser Blogpost entstand in Zusammenarbeit mit Teddy Pirate Surf Camp. Alle Meinungen sind unsere und unabhängig.
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